November 17, 2009

14.- Nordamerika & Kanada

Vor den legendären Konzerttouren des L.M.Gottschalk gab es bereits zaghafte, aber nicht unterzubewertende Ansätze zu einer eigenstädingen Claviermusikgattung auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Vor allem Einwanderer aus Deutschland waren es, wie der schalkhafte Father Heinrich, oder aus England zugezogene Profimusiker wie James Hewitt und A.Reinagle, die uns in Archiven teils wertvolle, teils skurille Claviermusik wie “Die Schlacht von Quebec” hinterliessen.

13.- Ars Antiqua - Frühe Musik für Tasteninstrumente

Neben eigenhändigen Transkriptionen antiker Melodien, gotischen Miniaturen, und mittelalterlichen Liedbearbeitungen ist es in diesem Projekt ein Anliegen, an Cembalo und Orgel ein Bild der Vergänglichkeit heraufzubeschwören, das uns nicht verzagen lässt in harten Zeiten: Die Zukunft scheint durch diese Klänge heilversprechend hindurch - Vergangenheit und Gegenwart sind keine Gegensätze mehr.

12.- Daniel Laumans - Eigene Werke

In einsamen, weltverzagten Stunden habe ich so manches verträumte Werk ersonnen, das ich nicht in Konzerten vorzustellen wagte. CD und DVD scheinen mir geeignete Medien, um diese Gefühlswelten einem geneigten Publikum in Zeiten seelischer Rekreation näherzubringen.

11.- Niederlande & Belgien

Ausgehend von den spanischen Niederlande entwickelte sich z.B. der spätere portugiesische Notendruck unter des Königs persönlichem Schutz im alten Lissabon: In diesem kurzen Satz steckt bereits Sinn und Ausdruck der ungemeinen Fülle und Weltumspannung der bedeutenden Musik der Niederlande und Belgiens für das Clavichord aus Renaissance und Rokoko.

10.- Siempre Iberia: Sonatas inedite

Im Iberien des 17ten und 18ten Jahrhunderts gibt es nach wie vor einen reichhaltigen Schatz an würde- und temperamentvoller Claviermusik, versteckt in Kirchenarchiven und öffentlichen Institutionen, zu entdecken.

9.- England, Schottland, Irland, und Walisien

Ob Th.Roseingrave, der ob einer mißglückten Liebesaffäre mit einer Schülerin verrückte Freund und Förderer D.Scarlattis, ob Ph.Cogan, dem einsamen, aber sensationellen Revolutionär am Clavier, ob H.Purcell dem “Orpheus Brittanicus” , ob des blinden T. O`Carolan`s Harfenstücke in Bearbeitung für Tasteninstrument, ob walisische, schottische, oder irische Stücke aus Manuskriptsammlungen für dasselbe: Vor allem keltische uralte Weisen und Welten gibt es auf den Inseln der Glückseligen zu erleben.

8.- Italienische Musik für Clavichord

In Italien hat - ähnlich wie in Frankreich - das Clavichord in der Zeit der Empfindsamkeit nie richtig Fuß fassen können.

Nichtsdestotrotz gibt es Nachrichten z.B des Komponisten B.Galuppi, der in seiner Komponierstube ein altes Clavichord besessen habe, um daran “das Notenpapier bekleckern zu können”.

Werke von Padre Martini, L.Cherubini, C. Monza, u.a. entwickeln auf dem Clavichord dargeboten eine unerhörte, selten klangliche und gefühlvolle Wirkung.

7.- Französische Musik für Clavichord

Aus Renaissance, Barock, und Klassik gibt es in Frankreich so manch ein Stück, das auch gut und gerne für das Clavichord gedacht ist.

Ausser den frühen Tänzen u.a. aus dem sogenannten und legendären Bauyn-Manuskript, über Joseph Bodin de Boismortier, bis hin zu den ausdrücklich neben den gebräuchlicheren Fortepiano und Clavessin auch dem Clavichord gewidmeten Werken J.G.Eckards gibt es eindrucksvoll einige ausgewählte Charakterstücke aus dem Barock neu zu entdecken.

6.- Altes Europa: Clavichordmusik

Unter diesem Titel fasse ich Werke aus dem 18ten Jahrhundert zusammen, die leider bisher und zu Unrecht vergessen und verschollen waren: Darunter befinden sich Sonaten von E.W.Wolf (2 Sonaten), Chr.E.Rosenbaum, und H.O.H.Zinck.

5.- Clavichordmusik aus Osteuropa und Rußland

Nicht erst aus meiner eigenen Studienzeit in Polen weiss ich, dass es in Tschechien, Böhmen, Mähren, Transsilvanien, Ungarn, Kroatien, auf dem Baltikum, und in Russland eine breite Clavichordtradition gab.

Die Instrumentalmusik entwickelte sich dort in einigen Gebieten recht langsam, in Russland z.B. unter dem Einfluss Zar Peters des Grossen, und insbesondere seiner deutschen Gattin Katharina, jedoch gab es vor allem und immer wieder deutsche und italienische Komponisten, die an den öffentlichen und privaten Höfen wirkten.

Bis hin zu Warschauer Zeiten des Lehrer Fr.Chopins, J.Elsner, des Genies E.T.A.Hoffmanns, und W.A.Mozart Sohnemanns war das Clavichord in praktischem Gebrauch; davon zeugt eine späte polnische Clavichordschule Wyklad systematyczny zasad muzyki na klawikord (Systematisches Kolleg der mus. Regeln f. Clavichord), Warschau 1819, sowie selten wunderbare elegische Polonaisen aus der Zeit der Klassik und frühen Romantik.

In Rußland waren es vor allem die Variationen über Volkslieder, die uns heute noch in ihren unermesslichen Gefühlswelten schwelgen lassen.

Clavierverein